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Der richt’ge Jägersmann
und die hungrige Schwiegertochter

(zum 70. Geburtstag eines leidenschaftlichen Jägers)
von Ulrike Többen

Das Größte für den Jägersmann

Ist Wild zu schießen – nimmt man an.

Trophäen sind genauso wichtig

Und Schießgewehre – richtig!

Am Sonntag leckrer Rehwildbraten

Ich konnte es kaum noch abwarten

Wenn die Saison endlich beginnt

Da freut sich sehr das Schwiegerkind.

Naja, heut’ ist es nichts geworden

Sagt ____________ bei der Rückkehr am Morgen

Kein Has’, kein Rehlein war zu seh’n

Und der große Bock: er war einfach zu schön!

Ist doch nicht schlimm, hör’ ich mich sagen

Der Tag wird kommen zum guten jagen

Ich mach ihm Mut und geb’ ihm Recht

Ich denk’ ihm geht’s bestimmt auch schlecht.

Vielleicht noch ein, zwei kurze Wochen

Dann hat auch _____________ die Fährte gerochen

Ich wünsche mir die Zeit herbei –

Dann liegt der Bock – wenn nicht gar zwei!

Die Wochen gehen schnell ins Land

Und wieder wart’ ich ganz gespannt

Auf _____________’s Rückkehr aus dem Wald

Doch mein großer Hunger lässt ihn kalt!

Ich frage ihn: was war denn los?

Na, nichts, sagt er und lächelt bloß

Die Morgendämmerung war schön

Ich konnte Fuchs und Hase seh’n.

Und auch den Bock? Frag ich gespannt

Auch den, sagt er so ganz entspannt.

Er hat geäst und auch gelauscht

Mit nichts hätt’ ich diesen Moment getauscht.

Mensch ____________ sag ich, hör mal zu!

Jetzt lass ihn doch nicht so in Ruh!

Du musst doch endlich mal verstehn

Wir wollen ihn im Kochtopf seh’n.

Er guckt mich an mit großen Augen

Als könnte er es gar nicht glauben

Das ist doch nicht der einz’ge Sinn

Für einen wahren Jägersmann.

Wie schön es ist im Wald zu sein

Da kehrt die Lebensfreude ein

Auch ohne irgendeinen Schuss

Ist dies ein wohltuender Genuss

Es gibt so viel zu seh’n, zu hör’n

Setz Dich mal hin, ich sag’s dir gern

Früh morgens wenn’s noch dämmrig ist

Als erstes Meister Lampe grüßt

Er hoppelt fröhlich auf und ab

Und seine Löffel stehen grad

Die Vögel halten einen Plausch

Es breiten sich wunderbare Gerüche aus

Reinicke schnürt auf seiner Bahn

Zum Himmel auf steigt ein Vogelschwarm

Die Sonne blitzt durch den Blätterwald

Und wärmt die Nase auch ganz bald

Dann plötzlich knackt das Unterholz

Dem Jäger wird warm in seinem Pelz

War’s links, war’s rechts, wo kam’s nur her?

Die Ortung ist schon manchmal schwer

Doch nicht der Bock kommt vor die Flinte

Der Grimmbart setzt hier nur Akzente

Es bedarf schon langer Zeit

Und einiger Beharrlichkeit

Das edle Tier endlich zu seh’n

Und dann ist es doch gar nicht schön

Den Anblick schnellstens zu beenden

Und sich and’rer Dinge zuzuwenden

Ja, gut, denk’ ich, mal so betrachtet

Hat er mir ganz schön heimgeleuchtet

Doch eines will ich Euch verraten

Ich freu mich trotzdem auf dem nächsten Rehwildbraten!


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