Es war einmal ein kleines Licht. Das brannte so ganz kläglich
vor sich hin.
Da kam ein kleiner Junge vorbei und sprach: „Hallo Licht,
was machst denn Du da so ganz allein. Ich blase Dich jetzt
aus.“ „Oh bitte nicht!“ sprach das Licht. „Dann
ist es so dunkel und so kalt um mich herum. Ich friere und
fürchten tu ich mich auch im Dunklen. Komm setz Dich zu
mir, dann kannst Du Dich auch ein wenig wärmen.“ „Ach
Du kleines Licht, was willst Du mich erwärmen!“ sagte
der Junge abfällig. „Warte nur ab, sprach das Licht,
bald kommt ein zweites, dann ein drittes, dann ein viertes
Licht und dann kommen viele, viele Lichter die die ganze Welt
erleuchten und die Herzen der Menschen erwärmen.“ „Ein
Menschenherz kann man doch nicht warm machen“ antwortete
darauf der Junge. Nach einer Weile setzte er sich dann doch
neben das Licht. „Sag mal,“ fragte das Licht, „warum
bist Du denn an diesem kalten Abend nicht zu Hause bei Deiner
Familie.?“ „Ach, das ist eine dumme Geschichte“ ,
sagte der Junge , „ich bin von zu Hause weggelaufen,
weil ich meine Mutter bestohlen habe. Und nun kann ich nicht
mehr zurück.“ „Naja,“ meinte das Licht, „man
darf niemals auch nur irgendwen bestehlen, aber ich denke,
wenn Du Dich bei Deiner Mutter entschuldigst und ihr das Gestohlene
wieder zurückgibst, wird sie Dir ganz bestimmt verzeihen“. „Ich
will mich nicht entschuldigen und ich will auch nicht zurück“.
erwiderte der Junge ganz barsch.
Auf einmal flackerte ein zweites Licht auf, der Platz wurde
heller und es wurde zunehmens wärmer.
Der Junge rückte näher an die beiden Lichter heran.
Er rieb sich beide Hände und wurde ganz still.
Alsbald brannte auch ein drittes Licht. Plötzlich spürte
der Junge, wie es in seinem Inneren ganz anders wurde und er
sprach mit leiser Stimme: „Ich glaube, ich sollte mich
doch bei meiner Mutter entschuldigen. Eigentlich tut es mir
auch leid was ich getan habe und ich mag doch meine Mutter
so sehr.“ Mittlerweise brannte auch das vierte Licht
. Es war eine mollige Wärme rings herum. Die Augen des
Jungen fingen an zu glänzen. Plötzlich rannten Tränen über
sein Gesicht und mit schluchzender Stimme sagte er: „Es
tut mir ja so unendlich leid was ich getan habe. Aber ich kann
doch nicht mehr heim, meine Mutter will mich bestimmt nicht
mehr sehen.“
Da sprach das Licht: „Nun mein Junge, mach Dich jetzt
ganz schnell auf den Weg zurück. Wir vier Lichter werden
Dir den Weg durch das Dunkel erleuchten. Und Du wirst sehen,
es wird alles wieder gut.“ Mittlerweile leuchteten all überall
viele Lichter, die ganze Welt erstrahlte in hellem Glanz. Zu
Hause angekommen klingelte der Junge an der Haustür. Sie öffnete
sich und seine Mutter stand vor ihm. Er sagte etwas zu ihr.
Daraufhin nahm sie ihren Jungen in den Arm drückte ihn
ganz fest. Und beide weinten und freuten sich gleichzeitig.
Die Mutter nahm den Jungen mit ins Hause und die Türe
fiel leise ins Schloss.
Die vier kleinen Lichter waren mittlerweile fast abgebrannt.
Sie flackerten noch einmal auf und meinten: „Wenn wir
auch noch so klein sind, aber zusammen haben wir doch ein kleines
Herz erwärmen können.“ Danach erloschen sie.
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