Vom Klugen investieren

Volker Weber

 

Heiraten ist wie Spekulieren an der Börse, man hat ganz gute Vorstellungen über die möglichen Gewinne und leider kaum eine Ahnung, was alles passieren kann.

oder:

„Ihr ward schon sah wos sich olles noch rausstillt ...“
( - Aussage einer guten Bekannten gegenüber dem Verfasser. )

Wer mit Aktien spekuliert, der hat oft große Pläne,
was er mit dem gewonn’nen Geld denn macht, wenn er’s bekäme.
Der kluge Spekulant beschafft sich darum viel Information.
Er kauft die Katze nicht im Sack, da hält er nichts davon.
Er kratzt am Lack, fühlt auf den Zahn, schaut hinter die Kulissen,
ob alles stimmt, was er so sieht und mehrt dabei sein Wissen,
über die Aktie seiner Wahl;
und kommt dann irgendwann zum Schluss,
dass diese Aktie bei dem Kurs demnächst unheimlich steigen muss.
Er ordert drum bei seiner Bank das ausgewählte Stück.
Das geht ganz schnell, und er bezahlt, und wartet fröhlich auf sein Glück.

Was danach kommt, ist schnell erzählt, ein jeder kann sich’s denken:
Die Aktie steigt, die Aktie fällt – ihr Kurs lässt sich nicht lenken.
Dem Spekulanten wird es dabei heiß und kalt,
mal ist er reich, dann wieder arm – das nimmt ihm rasch den Halt.
Ihm wird dieses Auf und Ab in Kürze schon zu viel,
und er verkauft die Aktie – viel zu früh – kommt so nicht an sein Ziel.

Und die Moral von der Geschicht? – Man spekuliert mit Aktien nicht!
Man spekuliert mit Aktien nicht? – Auf keinen Fall!
Man weiß doch, auf die lange Sicht, sind Aktien nicht zu schlagen,
doch der Gewinn kommt oft erst spät, man muss sich eben wagen...
Ein Kurssturz darf nicht Panik machen, die Hausse den Blick nicht trüben,
doch soll(t) es Dividenden geben, darf man sich ruhig vergnügen...