Odendorfer Tageblatt: Interview

Arite und Werner Bennewitz

Odendorfer Tageblatt:
Herr Thomas Augst, was halten Sie davon, dass Ihnen zu Ehren eine Extra-Ausgabe vom Odendorfer Tageblatt erscheint?

Thomas Augst:
Ich fühle mich sehr geehrt und sehe mich gezwungen eine Saalrunde zu schmeißen.

Odendorfer Tageblatt:
Wie wir aus Ihrem nächsten Umfeld erfahren haben, sind Sie ja ein sehr lebenslustiger und flexibler junger Mann. Aber plaudern Sie doch mal aus dem Nähkästchen wie es dazu kam, das ein Gast wegen Ihnen mit einem Kopftuch im Taxi nach Hause fuhr?

Thomas Augst:
Wissen Sie, eigentlich wollten meine liebe Katrin und ich nicht mehr über diesen Vorfall sprechen. Wir hatten an diesem bewussten Tag eine kleine Party im Freundeskreis und mein lieber Freund Werner war wieder mal ein hervorragender Gastgeber. Sie müssen wissen wir beide sind unzertrennlich und irgendwie ging der Abend zur Neige und meine tolle Frau Katrin war unsere Taxi-Fahrerin und Ute unsere Mitfahrerin. Auf einmal machten sich alle Sorgen um mich und meinen erstaunlich ruhigen Zustand. Mit anderen Worten, mir war als wenn ich auf einem Karussell sitze und keiner lässt mich wieder aussteigen. Wir sitzen also im Auto und ich lasse die Scheibe runter weil mir heiß ist, nur die beiden Frauen konnten das nicht mit mir teilen. Ich muss gestehen ich hatte wohl doch ein paar Schnäpse zu viel. Also, damit die ca. 10 km Fahrt losgehen konnten, blieb das Fenster offen und Ute bekam ein Kopftuch von Arite. Wie ich später erfuhr, wurde auf mein Drängen hin die Fahrt mehrmals unterbrochen. Wissen Sie, ich war froh als die Fahrt zu Ende war und meine verständnisvolle Katrin mich wohlbehalten ins Bett gebracht hatte.

Odendorfer Tageblatt:
Herr Thomas Augst, Sie waren doch in Ihrer Jugend im Radsport. Ihr großes Ziel war wie mir zu Ohren kam einmal bei der Tour de France mitzufahren. Aber um Gottes Willen warum habe ich Sie da nie gesehen?

Thomas Augst:
Ja an meine Zeit als Radsportier erinnere ich mich ganz besonders gern. Ich war schon ein heißer Rennfahrer und mir wurde auch nachgesagt, dass ich mich auch gern von hübschen Zuschauerinnen bewundern ließ. Aber dann lernte ich meine Katrin kennen und die Liebe schlug mir ein Schnippchen. Und so verabschiedete ich mich aus freien Stücken aus meiner sportlichen Karriere.

Odendorfer Tageblatt :
Eine abschließende Frage, können Sie sich noch an das Silvester erinnern, als Sie beabsichtigten Ihre frische Leidenschaft Katrin nach 1.00 Uhr noch einmal zu besuchen? Weshalb blieb Katrin in dieser Nacht ungeküsst?

Thomas Augst:
Da treibt es mir mit meinen 30 Jahren aber die Schamröte ins Gesicht. Sie sind erstaunlich gut informiert. Es hilft wohl alles nichts, ich muss gestehen, meine traumhafte Katrin war und ist meine erste und einzige große Liebe. Ich glaube ein jeder kann das nachvollziehen. Wir waren zu dieser besagten Zeit wirklich frisch verliebt und ich war wohl ein klein wenig übermütig und wusste bis dahin nicht welche Wirkung Bier und Sekt aufeinander haben. Na ja jedenfalls feierte ich mit Katrin an diesem Abend Silvester und die besagten Getränke dazu. Meine Mutter bestand darauf, dass ich mich um 24.00 Uhr bei Ihnen einzufinden hatte. Das tat ich als folgsamer Sohn natürlich. Auch da wurde ich genötigt und musste wieder Sekt trinken. Fragen Sie mich bitte nicht nach der Anzahl der Gläser, die ich schon getrunken hatte. Aber jetzt komme ich zum Punkt, denn als Lover lässt man natürlich auch seine Liebe nicht gern allein, mit anderen Worten wollte ich wieder zurück zu Katrin, was mir aber auf einmal nicht mehr gelingen wollte, denn ich umarmte die Kloschüssel statt meiner Geliebten Katrin. Wissen Sie was, sie ist trotzdem bei mir geblieben und ich glaube das zählt. Oder?

Odendorfer Tageblatt:
Ja, lieber Herr Augst wie man sieht ist bei Ihnen alles soweit im Lot. Da bleibt mir nur Ihnen als werdender Vater viel Erfolg, Glück und Zufriedenheit zu wünschen. Danke für das aufschlussreiche Interview.