Zweifel oder Sehnsüchte

Silvia Schmidt

Es nagt und kratzt an unseren Seelen,
nein, ich will es nicht verhehlen,
es nagt auch an mir in letzter Zeit,
der Zweifel, in seiner ganzen Herrlichkeit.

Zweifel, ob mich ein Mann wohl mag,
Zweifel, ob ich schaff den Tag,
Zweifel, ob alles richtig sei,
Zweifel, ist es doch schon vorbei.

Zwei Seelen in meinem Innern sind,
unbekümmert und lachend wie ein Kind,
unendlich traurig, wie ein verletztes Tier,
ich frag mich eigentlich, was such ich hier.

Hab mich einem Menschen anvertraut,
zweifel an ihm, hab ich auf Sand gebaut,
er träumt von einem Leben zu zweit,
doch für ein reales Leben ist er nicht bereit.

Zweifel, hab ich etwas falsch gemacht,
Zweifel, hab ich nur an mich gedacht,
zweifel, kann er mich denn verstehn,
Zweifel, sollte ich lieber gehn.

Ich bin innerlich zerrissen,
weinte heut nacht viele Tränen ins Kissen,
hab mich einsam gefühlt, unendlich allein,
frage mich, muß es wirklich so sein.

Sind es wirklich Zweifel, die ich hab,
oder fördere ich nur meine Sehnsüchte an den Tag,
möchte einfach nur verstanden werden,
das wäre mein größter Wunsch auf Erden.