Uffam Bänkle

zusammengestellt von Kurt Hindennach

Zwei Schwäbische Philosophen und ihre Sprüche
Sie sollten beide etwas ältlich (Knecht und Magd) angezogen sein,
auf einer netten Bank sitzen und dann die Sprüche von sich geben.

Sie: Geschdern hanne dai Frau gsäh, se hott mi aber ett gsäh.

ER: Jo, se hotts gsait.

Kleine Pause

Sie: Jo, jo, wenn oiner amol uff em Gaul hockt, sieht r diea dronta nemme.

ER: Ha, dommschdella goht leichter wia gscheit sei.

Sie: Mancher merkt net amol wenns regnat, so arg gscheit isch der.

ER: Bloß de Domme moinet, de Gscheide wisset älles.

Sie: Wenn i so gscheit wär, wiea du sei sottsch, no häätet mir boide zwoi prima Kepf.

ER: S´gibt Domme ond Saudomme. Domm be i net.

Sie zum Publikum, auf ihn deutend:

Der spricht 4 Sprocha: hochdeutsch, schwäbisch, durch d´Nos ond iber d´Leit.

PAUSE

Sie: Hosch daim Chef jetzt gsait, daß da meh Geld brauchschd?

ER: A wa, d´Schulda verfauled net, mr beigts oft gnuag rom.

Sie: D´Herra send älle recht, solang mr se net braucht.

ER: Was oim d´Herra gebet, verreißt oim da Sack net.

Sie: Vo de reiche Leit ka mr´s schpara lerna, vo de Arme s´Schenka

ER: Wer zeidig s´bettla afangt, schtirbt net arm.

Sie: Wo Geld isch, isch dr Deifl, wo kois isch, isch er zwoimol.

ER: Ond wer offs erba hofft, goht barfuß.

Sie: Beim Erba isch guat, daß dr Mensch alloi sei.

ER: Do hoißts au: a bissle isch emmr no besser wia gar nix.

Kleine Pause

Sie: Wia gohts dr sonschd?

ER: Wenn mr no gsond isch ond guade Schuah hot, daß mr dr Arbet drvo laufa koa.

Sie: Mit dir werds au nemme besser, s´hoißt emmer no bei Dir liabr a Ranza vom Fressa, als an Buckl vom Schaffa.

ER: Mr glaubt gar net, was en oin nei goht, wenn mr langsam duet beim Essa.

Sie: Ond a anderer zahlts!

ER: Liabr zviel ess als zwenig drenka.

Sie: S isch iberall guat Brot essa, wenns do isch.

PAUSE

ER: Ond Du, gugsch emmr no noch dem stramma Knecht?

Sie: A alte Kuah schleckt au no gern Salz.

ER: Was nitzt de schenscht Kuah, wenn se koi Milch gibt.

Sie: Was woiß d´r Ochs wenns Sonndich isch, sgibt am neamerd a frischs Hemd.

ER: Jo jo, au dr gscheideschd Knecht ackert mol a kromme Furch.

Er zum Puplikum:
Frier wa se bildschee, jetzt isch bloß no s´Bild schee.

Sie: Du bisch koi wiaschter, aber schee bisch au net.

Zusammen:

Wenn mir tätet, was mer sottet, tät dr Herrgott, was mir wellet.