Die Geige

- und wie darauf gespielt wird -

Die Geige ist ein Instrument,
das von uns ein Jeder kennt.
Ist von gefälligem Körperbau
und weiblich ist sie, gleich der Frau.
Man geigt darauf und spielt auf ihr
mit wahrer Freud und Wollust schier.
Und wer das edle Geigen hat erdacht,
hat sich auf dieser Welt verdient gemacht.

Am Oberkörper ist ein Bauch,
der Unterkörper wölbt sich auch.
Durch Zargen beid verbunden sind,
das weiß ja wohl ein jedes Kind.
Am Körper grade in der Mitt´
man zwei kuriose Löcher sieht,
die haben eine kleine f-Gestalt
vermittelt deren dann der Ton erschafft.

Die beiden Löcher sind getrennt
durch ein Steg am Instrument,
auf welchem dann die Seiten ruh´n,
die spielend ihre Wirkung tun.
Am obern Teile sieht man
den Hals, das Griffbrett schließt sich an.
Auf diesem fingeriert man hin und her
und tastet, drückt und machet sonst noch mehr.

Der Hals läuft in ´ne Schnecke aus,
die Wirbel schauen dran heraus.
An diesen wird herum gedreht,
sobald das Spielen vor sich geht.
Die Stimmung wird dadurch erzeugt,
bevor man anfängt, eh´ man geigt.
Doch halt dazu gehört noch mehr:
Den Fidelbogen, den gebraucht man sehr.

Der Bogen stellt ´ne Stange dar.
Daran sind meistens viele Haar´.
Den oberen Teil den Kopf man nennt,
den unteren als den Frosch man nennt.
Wird nun der Bogen angewandt,
so wird er vorher erst gespannt.
Denn, bleibt bei ihm die Spannung aus,
so kommt bei dem Geigen nichts heraus.

Wenn man nun also geigen will,
regt man die Geige an, ganz still.
In waagerechte Lag´, umspannt
man sie dann mit der linken Hand.
Am Steg, wo die f-Löcher sind,
setzt man den Bogen an geschwind
und macht durch Stoßen und durch Zieh´n
verschied´ne Rauf- und Runterstriche hin.

Sobald das Geigen ist zu End´,
spannt man den Bogen ab behänd
und stellt die Schlaffheit wieder her,
sonst leid´t die Stange dabei sehr.
Auch ohne Bogen wird gespielt,
indem man die Seiten fühlt
und mit den Fingern dann ganz sacht
ein tadelloses pizzi-catto macht.