Letzter Brief an meine geliebte Mutter

Patrizia Aichberger

Liebe Mama,

es ist sehr schwer zu verstehen,
dass du uns so bald verlassen hast,
wir wollten noch viele Jahre gemeinsam mit dir verbringen
und nun kam der Abschied so unvorbereitet und schnell.
Aber vielleicht bedeutet Liebe auch lernen,
jemanden gehen zu lassen.
Deine Liebe und dein Verständnis waren unsagbar groß,
Du warst immer da, wenn es darum ging uns zu helfen,
du hast deine Enkelkinder immer liebevoll betreut
es war dir wichtig mit ihnen immer im Kontakt zu sein.

Du hast nie gewartet, bis wir Kinder und Enkelkinder dich anriefen,
du kamst uns immer zuvor, hast uns immer gefragt:
Wie geht’s euch, alles in Ordnung,
na dann - tschüß bis zum nächsten Mal –
und das war dann sicher schon am nächsten Tag!

Deinen Freunden warst du eine gute Wegbegleiterin,
nie hast du ein schlechtes Wort geduldet, Tratsch und Neid war dir fremd.
Gemeinsam hattet ihr schöne Ausflüge,
viele schönen Stunden erlebt.

Liebe Mama
In deinem Adressbuch habe ich einen Notizzettel gefunden,
er muss dir sehr viel bedeutet haben, denn er ist schon alt,
du hast den Text sicher schon vor langer Zeit geschrieben.
Ich möchte gerne diese Zeilen an deine Trauergäste weitergeben.

Tränen, die oft geweint
verschleiern den Blick
Worte, die nicht gesprochen,
zerstören das Glück,
Wege, die nicht geplant,
führen selten ans Ziel
und Leben, das nicht gelebt
ist verlorenes Spiel.

Im Namen deines Mannes, deiner Kinder, Enkelkinder, Verwandten und Freunde
bleibt mir nur noch zu sagen
Danke, dass du immer für uns da warst,
Danke für alles!

Der liebe Gott möge dir einen Platz an der Sonne geben!
Adieu, Mama, wir sehen uns sicher wieder.