Weihnachtliche Gedanken eines Gartlers - Dialekt

Oskar Neumaier

Kaum is Kathrein vorbei - wirds scho wieda unangenehm koit

und da Winter kehrt ei - im Neuburger Woid.

Do gibts nimma vui z´toa – draussn im Gartn

und man kann in aller Ruhe – auf Weihnachtn wartn.

Wenn i a so z'ruckdenk - ins vogangane Joa,

da wird ma auf oamoi - ganz deitlö kloa,

hot mi aa s'Weda oft zwifet - mit Kältn und Reng,

trotzdem wars schö - und z'kurz is wieda g'wen.

Dös Gartln, dös is ja - do gebts ma gwiß recht,

erbaulich und schä - und für d'Gsundheit nöd schlecht.

Muaß i mi a oft schindn - und tuat ma s'Kreuz a recht weh

dös is guat für mein Kreislauf - do bleib i auf da Höh.

A Schnittlauch, a Petasil - ohne Gift und Chemie,

Radiesal und Gurkn - dös is wos für mi.

Und Bohnal und Erbsn - a frische Schtauan Salot,

dös hol a ma aus'm Gartn - brauch nöd extra in d'Stodt.

Und wen zwengs dö Schädling - a nöd ois a so grot,

hamd ma d'Mäus vui vozong - hob mi vageblich obplogt,

foar i nöd glei aus da Haut - und nimm äa's nöd für übe,

bau i s'nächstmoi hoit mehr aa – na bleibt ma aa no wos übre.

Jetzt is' ja wieda staad woan - draußn im Gartn

und i kann, wenn i ehrlich bin - kaum s'Frühjahr dawartn.

Dö Obstbaam ohne Bladl - recht trostlos schaungs aus,

da wichtigste Baam ober - der steht jetzt voam Haus.

A Tannabaam is' - auf den werd sonst nöd recht gschaut,

a Gräaling hot zwoa heia - sei Nesterl naufbaut.

Oba jetzt kimmts ma füa - ois wenn a sö gfreit,

weil a goa so grod dosteht - jetzt kimmt hoit sei Zeit.

Mit Kerzal schä gschmückt - so leucht er auf d'Nacht,

da wird ma ganz andast - daß s'Herz im Leib lacht.

Und alle Leit gfrein sö - weil a uns doch vakündt,

daß jetzad boid wieda - Weihnachtn kimmt.