Der freche Heribert

Der kloane freche Heribert-
die Nervensäg' vom ganzen Haus
war ziemlich keck und aufgeklärt
bezüglich Storch und Nikolaus."Ha, Nikolaus im roten Hemad,
des is doch bloß a Kinderschreck,
glabst, wenn a soicher zu mir kemmet,
daß i den unbandig derbleck!

I woaß genau, wia de Geschicht is,
es gibt ja gar koin Nikolaus!
Wenn oaner zu mir kam, ganz gwiß,
den lachert i bloß richtig aus!"

So hat der kloa, frech Heribert-
vom Häuserblock de größte Plag-
im Hof drunt umananderplärrt
am Nikolaustagnachmittag.

Doch wias na dunkel wird, zur Nacht,
siecht ois a bisserl anders aus.
Der Heribert hot aufgregt glacht:
"Ha - so a Krampf, - Sankt Nikolaus!"

Do pumperts an der Tür ganz laut,
a Riesenkrampus poltert rei -
der Heribert hot gschluckt und gschaut
und -- halt ‘se bei der Mama ei'.

Der Krampus schimpft und halt sei Predigt,
schütt' erst am Schluß sein Sack no aus -
der Heribert, total erledigt,
steht do als wia a taufte Maus.

Erst wia oiß rum is - längst komplett,
kimmt in sei Mundwerk wieder Leben:
"Wenn mi der Kampus oglangt hätt,
na hätt i eahm an Fuaßtritt geben!"

"I wollt bloß net" - so lüagt er schlecht -
"daß der die Treppen abiflieagert...
und jetza, Mama - waars halt recht,
wenn i a trockne Hosen kriegert!"