Familientreffen

Zu den besonderen Vorteilen des Internets gehört die einfache Möglichkeit, mit vielen weit verstreuten Menschen in Kontakt zu bleiben. Dies kann man natürlich auch für den Zusammenhalt von Familien bestens ausnutzen. Grundlage aller dieser Bemühungen ist ein Verteiler mit den E-Mail- Adressen aller Angehörigen, sowie ein Bereich im Internet, der als gemeinsames Anschlagbrett dient und für diesen Zweck natürlich passwort- geschützt ist. Aber gelegentlich wollen sie dann die Angehörigen einer Familie doch treffen und persönlich sehen. Und dies nicht nur bei Hochzeiten, Taufen oder Beerdigungen. Diesem Zweck dienen Familientreffen, zu denen ich hier einige Stichpunkte angebe.

Günstig sind regelmäßige Zeitpunkte für diese Treffen. Einmal pro Jahr wird dafür vielleicht für viele fast zu oft sein, jedes zweite Jahr ist möglicherweise günstiger. Der Termin wird sicher ein normales Wochenende sein, eventuell eines in den Ferien, dann kann man sich mit Anreise und Abreise mehr Zeit lassen. Am besten legt man den Termin schon bei einem Treffen fest. Wegen der leichteren Anreise sind Termine außerhalb des Winters immer vorzuziehen.

Der Treffpunkt kann fest sein, aber dies wird erstens auf die Dauer langweilig und zweitens zementiert er Nachteile für die, die dann immer die weiteste Anreise haben müssen. Also ist Abwechslung angesagt. Das Gleiche gilt auch für die Organisatoren des Treffens, die man ebenfalls rotieren lässt, außer ein Rentner unter ihnen - mit viel Zeit - macht dies gerne immer wieder.

Am besten haben sich schöne Kleinstädte oder sogar Dörfer außerhalb touristischer Hochburgen oder Fremdenverkehrsorte außerhalb der Saison als Treffpunkt erwiesen. Hier ist dann das Preisniveau noch akzeptabel, es gibt keine Parkprobleme und man verliert sich nicht.

Das Hotel oder Gasthaus muss wirklich nicht nobel sein, aber Selbstversorgung kann ich nicht empfehlen. Hier würde dann zuviel Eigenleistung das Vergnügen arg trüben, aus diesem Grund empfehle ich auch keine Privaträume, außer man ist glücklicher Schlossbesitzer und wer ist dies schon.

Ein wichtiges Prinzip für gelungene Familientreffen ist die Selbstbezahlung. Erstens reduziert sich dadurch das finanzielle Risiko für die Veranstalter und noch wichtiger, die Treffen finden kontinuierlich statt, weil sich dabei niemand ausgenutzt vorkommt. Wer die Teilnahme, z.B. als Student, nicht finanzieren kann, wird in einer gut funktionierenden Gemeinschaft sicher einen Sponsor für den Reisekostenzuschuss finden.

Ein weiterer Vorteil des Selbstbezahlens ist auch, dass jeder zum Familientreffen Gäste einladen kann, weil er auch für deren Rechnung aufkommt und sonst niemanden fragen muss.

Die Organisation eines Familientreffens erweist sich als erstaunlich einfach. Man sucht sich den passenden Platz aus, macht im Hotel/Gasthof eine Blockbuchung für die Personenanzahl (eventuell mit Sonderkonditionen), übermittelt eine Liste mit den Namen derer, die sich dann fest und verbindlich selbst anmelden müssen und reserviert einen Platz im Restaurant für das gemeinsame Abendessen und darauffolgende gemeinsame Frühstück. Haben alle eine E-Mail-Adresse, geht dies im Nu.

Wer schon früher kommen will oder später abreisen will, kann dies direkt mit dem Hotel arrangieren. Es empfiehlt sich auch, sich vom Hotel Tipps geben zu lassen, was man am Nachmittag vor dem Abendessen gemeinsam unternehmen kann, wenn Teilnehmer schon früh da sind. Meist wird dies eine Wanderung oder ein Spaziergang sein, oder vielleicht auch eine Besichtigung oder eine Führung, die meist das Hotel gerne vermittelt.

Für den gemeinsamen Abend kann man ein Programm vorsehen, aber meist braucht man es gar nicht. Ein gemeinsames Essen mit viel Gesprächen und Abwechslung beim Sitzen wird genügen. Gibt es allerdings Familienmitglieder mit Entertainerqualitäten, dann werden diese das dankbare Publikum gerne unterhalten. Besonders Kinder produzieren sich hier gerne.

Die Organisatoren können auch Grüße von Nichterschienen ausrichten und auch erfreuliche oder betrübliche Nachrichten aus der Familie weiter erzählen. Auf jeden Fall sollte man Fotos zum Herumzeigen mitnehmen. Filme oder Dias killen jede Unterhaltung und sind vielleicht nicht gerade empfehlenswert.

Nicht vergessen sollte man, eine Liste mit den Adressen und Telefonnummern, eventuell auch Geburtsdaten, E-Mail-Adressen und Homepage-URLs, umlaufen zu lassen, die man dann eventuell gleich im Hotel kopiert und verteilt oder ins Netz stellt. Es ändern sich doch mehr Daten als man denkt und bei diesem Anlass ist das Updaten kein Problem.

Und vor dem Auseinandergehen sollte gleich der nächste Termin festgelegt werden, sowie der nächste Organisator, für den man auch gleich einen Ersatz festlegt, denn es kommt oft was Unvorhergesehenes dazwischen. Wer mag, kann auch den nächsten Ort festlegen, aber erfahrungsgemäß ist dies weniger wichtig.

Familientreffen sind eine wichtige Informationsquelle, vor allem für die Kinder. Und sie sind eine große Freude für die Alten. Nimmt man ihnen den finanziellen und organisatorischen Ballast, werden sie vielleicht häufiger stattfinden und erfolgreicher ablaufen.