Düsseldorfer Karneval

Der Beginn der Düsseldorfer Karnevalszeit fällt auf den 11. November. Am Martinstag erwacht genau um 11:11 Uhr der Hoppeditz. Er steigt aus einem großen Senftopf vor dem Jan Wellem-Denkmal auf dem Marktplatz vor dem Rathaus und hält seine zugleich lustige und bissige „Eröffnungsrede“ zur neuen Session, deren Ironie vom jeweiligen Oberbürgermeister gekontert wird. Im neuen Jahr veranstalten zahlreiche Karnevalsvereine Kostümbälle und Sitzungen, auf denen Büttenreden, Tänze von Tanzgarden und Karnevalslieder dargeboten werden. Der Auftritt des Düsseldorfer Prinzenpaares ist ein Höhepunkt dieser Sitzungen.

Rosenmontagszug mit über 60 Wagen

Der Rosenmontag bildet den Höhepunkt des Karnevals. Dann rollen im Rosenmontagszug wieder über 60 Wagen an Hunderttausenden feiernden Gästen vorbei und „versorgen“ sie mit „Balkes“ oder „Kamelle“ (Süßigkeiten und andere kleine Geschenke). Zahlreiche Kostüm- und Musikgruppen aus allen Teilen Deutschlands und benachbarter Länder ziehen im Rosenmontagszug mit und sorgen für Stimmung und Musik.

Weiberfastnacht und Karnevalssonntag

Eine ebenso große Bedeutung hat in Düsseldorf der „unorganisierte“ Karneval. Weiberfastnacht und der Karnevalssonntag sind dort die Höhepunkte. Auf Weiberfastnacht stürmen die Frauen um 11:11 Uhr das Rathaus. Die berufstätigen Frauen feiern am Arbeitsplatz und begeben sich auf „Trophäen“-Jagd, die darin besteht, möglichst vielen männlichen Kollegen die Krawatte abzuschneiden.

Am Karnevalssonntag treffen sich Hunderttausende aus Düsseldorf, dem Ruhrgebiet und dem Niederrhein auf der Königsallee und in der Altstadt, um gemeinsam Karneval zu feiern. Viele der Narren trifft man kostümiert und mit originell geschmückten Handwagen oder Fahrradaufbauten, die in erster Linie als Stauraum für Proviant dienen, an.

In Anlehnung an die Veedelszöch im Kölner Karneval haben sich am Sonntag auch in einigen Düsseldorfer Stadtteilen kleinere Umzüge, die Veedelszooch genannt werden, gebildet. Die meisten Besucher zieht der seit 1976 stattfindende Gerresheimer Veedelszooch an.

Eine weitaus längere Tradition hat dagegen das Tonnenrennen in Niederkassel, das erstmals 1887 stattfand. Weitere Veedelszooch finden in Angermund, Wittlaer, Lohausen, Eller, Mörsenbroich, Benrath, Reisholz und Itter statt.

Sein Ende findet das fröhliche Treiben am Aschermittwoch mit der Einäscherung des Hoppeditz unter großem Wehklagen der Möhnen im Garten des Düsseldorfer Stadtmuseums.