Einbruch in ein altes Haus (Gruselgeschichte)

Ich hatte ein alte Haus für eine Woche beobachtet.
Es war ein zweistöckiges viktorianisches Haus,
einen Jaguar mit getönten Gläsern in der offenen Garage geparkt.
Obwohl das Haus heruntergekommen war dachte ich mir, wer im Besitz solch einen feines Autos ist, müsste über Wertsachen, Schmuck und vieles mehr verfügen.

Ich entschied mich heute Abend einzubrechen.
So observierte ich das Haus den ganzen Tag, in der Hoffnung, den Hausbesitzer das Haus verlassen zu sehen.
Kurz vor Sonnenuntergang sah ich einen LKW vor der Einfahrt parken.
Zwei Männer stiegen aus, schauten sich nervös um und gingen zur Haustür. Sie klopften nicht an.

Zu meinem Erstaunen sah ich einen von ihnen, die Türe mit einer Brechstange bearbeiten. Er öffnete sie und die beiden traten ein.

Ich saß mit offenem Mund in meinem Van.
Jemand anderes hatte sich das gleiche Haus für einen Einbruch ausgesucht!
Schlimmer noch, sie waren dort im Augenblick und nahmen mir meine Wertsachen weg.

Nach wenigen Augenblicken kamen die beiden Männer raus, stiegen in ihren LKW und fuhren davon. Die eigenartige Sache war, dass sie das Haus ohne etwas in der Hand verlassen hatten.

Ich weigerte mich zu glauben, dass sie gesucht und nichts gefunden hatten. Offensichtlich waren aber die Eigentümer nicht zu Hause. Sie mussten ein zweites Auto haben. Frustriert, schnappte ich mir meine Werkzeugtasche und ging zum Haus, um selbst nachzusehen.

In ein paar Sekunden war ich an der Haustür. Ich nahm meine Taschenlampe, schaute vorsichtig auf die anderen Häusern und auf den Bürgersteig um sicher zu gehen, dass mich keiner beobachtete.
Ich öffnete die Tür. Ich vernahm einen feuchten muffigen Geruch.

Es war eine spärlich möbliertes Hause.
Das einzige, was mir auffiel, waren die Gemälde an den Wänden.
Sie waren alt, sehr alt. Vielleicht waren sie wertvoll?
Ich hatte so etwas noch nie zuvor gesehen.
Die Gemälde sahen aus, wie in einem Museum.

Dann fing meine Taschenlampe ein Glitzern auf, ein roter Tropfen auf dem Teppich. Ich leuchtete dahin und sah, dass eine Blutspur die Treppen nach oben führte.

Vielleicht hatte sich einer der Männer geschnitten?
Vielleicht hatten die Eigentümer sie entdeckt und die Männer haben sie getötet? Ein kalter Schauer lief mir den Rücken herunter.
Langsam und leise schlich ich die Treppe hinauf.
Je näher ich dem zweiten Stock kam, desto mehr vernahm ich einen schrecklichen Gestank. Es roch nach Fäulnis.

Ich sah vier Türen, zwei auf der linken und zwei auf der rechten Seite als ich das Ende der Treppe erreicht hatte.
Die erste Tür zu meiner Rechten war einen Spalt weit offen. Ich gab der Tür einen kleinen Schubs und leuchtet rein. Was ich mit meiner Taschenlampe sah ließ mir das Blut in dem Adern gefrieren.
Ich sah einen Sarg in der Mitte des leeren Schlafzimmers.

Eine wunderschöne Frau, unbekleidet, lehnte mit einem Holzpflock in ihrer Brust an der Wand. Es gab eine Blutlache auf dem Boden unter ihr. Ihr Kopf hing nach unten, doch plötzlich hob sie den Kopf und sah mir in die Augen.

Ich sprang fast aus meiner Haut, als sie mit einem schwachen Ton zu mir sprach: "Bitte helfen Sie mir, bitte. Ziehen Sie diese Holzpflock aus meinem Herz, Sie müssen bitte. Ich will nicht sterben!" Ich ließ meine Taschenlampe fallen, sie unter den Sarg. Ich ging hinüber und kniete mich hin, da spürte ich ihre Hand, die meine Schulter berührte.
Ich blickte auf, sie flüsterte:
"Wenn Sie den Holzpflock raus ziehen, das verspreche ich Ihnen, werden Sie bis in alle Ewigkeit leben."

Ich legte sanft ihren Körper wieder in den Sarg. Ich umschloß den Holzpflock mit beiden Händen und zog fest daran. Als ich ihn raus zog, schrie sie vor Schmerzen, aber es war mehr wie eine Erleichterung. Sie griff mit beiden Händen meine linke Hand und küsste sie. Sie sagte mir, dass die beiden Männer, die das Haus vor mir betreten hatten sie monatelang gejagt hatten, weil sie ein Vampir war. Sie wartete und betrachtete mein Gesicht, wartet auf eine Antwort, aber ich schwieg.

"Ich bin so schwach, ich muss ausruhen." war alles, was sie noch sagte. Zu ihrer Überraschung schaute ich ihr in die Augen und hielt mein Handgelenk an ihre Lippen.

"Los trink, es ist in Ordnung. Ich kann dich nicht verlassen, damit du stirbst.", sagte ich. Ihre Blick wurde weich und ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Ich sah Tränen, "Sie wissen, dass, wenn ich Ihr Blut trinke es kein Zurück mehr für Sie gibt? ", fragte sie.
Ich nickte und antwortete:" Alles, was ich will ist bis in alle Ewigkeit bei Dir bleiben"

Ich spürte, wie sie mein Handgelenk näher an ihre Lippen zog und ihre Zähne in meinem Fleisch versanken, direkt an meiner Ader.
Ängstlich trank sie ganz sanft mein Blut. Mit weichen Knien hielt ich mich an ihrem Sarg fest, bis sie fertig war. Ich verband ihr die Brust, so gut ich konnte.
Ich schloss die Augen und fiel auf die Knie, als ich die beiden Einstiche auf mein Handgelenk sah.

Ich fühlte mich seltsam. Etwas war durch meine Adern und durch meinen Körper gefloßen. Ich wurde schläfrig und legte mich auf den Boden. Ich wusste, dass ich bald, sehr bald das Tageslicht nie wieder sehen würde, weil das Tageslicht mein Tod bedeuten werden.