Dorfnacht...

Ewald Eden

Im Sternengarten steht der Mond
sein Licht zeichnet bizarre Schilder
gehauchte warme Sommernacht
begleitet dunkle stille Bilder
in Mondes Schein sieht man Bewegung
von lautlos stillem Eulenflug
des Kirchturms Kreuz steht ohne Regung
inmitten wilder Gänse Zug
gelber Kneipenfenster Flecken
zerfließen in der klaren Nacht
dahinter mag manch Elend stecken
von überall wohl hergebracht
von bieresfeuchter schwerer Zunge
Gemurmel füllt des Kruges Licht
manchesmal aus voller Lunge
jemand in lautes Lachen bricht
in rauchesschwangeren Lampenkreisen
am Tresen hocken noch Gestalten
sie woll’n der Welt die Zukunft weisen
und jedermann das Glück erhalten
nach zwanzig Glas Genever
von barschem Wort des Wirtes
in torkelnd Gang gebracht
verlassen sie den Ort
wo Schnaps wohl rosa Wolken macht
Sprechversuche bleiben schwaches Lallen
vom Wind verschluckt - wie weggewischt
mit schwerem Kopf in leere Betten fallen
das Schnarchen mit Geneverdunst vermischt
die Nacht spielt ihre alten Rollen
der Morgen durch die dunklen Wolken bricht