Entstehung des Menschen

G. Kriofsky

Der Lehrer versucht anhand von Bildern
den Kindern die Natur zu schildern.
Er spricht von der Tier- und Pflanzenwelt
und als zum Schluss die Glocke schellt,
da sagt er zu den kleinen Wichten,
sie sollen morgen ihm berichten,
wie eigentlich der Mensch entsteht.

Das kleine Volk erhebt sich, geht,
und bringt bei der Gelegenheit,
die Eltern in Verlegenheit.
Auch Fritzchen, kaum nach Haus gekommen,
hat sich den Vater vorgenommen
und ihm die Frage schnell gestellt:
„Wie kommt der Mensch auf diese Welt?“

Der Vater, der fängt an zu schwitzen.
und sieht bekümmert hin zu Fritzen.
Doch da besinnt er sich und lacht,
der Mensch, der wird aus Lehm gemacht.
Fritzchen denkt, das ist famos,
da hol ich mir solch einen Kloß,
von nebenan von Töpfer Schmidt
und nehm das Ding zur Schule mit.

Gesagt, getan und den Lehmkloß in der Tasche,
stürzt Fritzchen den nächsten Tag in seine Klasse.
Der Lehrer stellt seine Frage und erhält die Antwort auch so gleich.
„Der Mensch kommt aus dem Sternenreich.“
Doch Fritzchen ist ganz still und stumm
und kramt in seiner Tasche rum.

Dann spricht er plötzlich: „Quatsch mit Soße,
ich hab das Ding in meiner Hose,
womit die Schöpfung vor sich geht
und wo daraus ein Mensch entsteht.

Von wegen Storch so seh´n Sie aus
und wenn Sie woll´n hol ich ihn raus.“
Der Lehrer der wird blass und rot
und sagt in seiner größten Not:
„Lass drinnen ihn du Bösewicht,
ein kleiner Junge macht das nicht!“