Zur Jugendweihe

Sigrid Mertins

Ab heut kein Kind mehr,
was wird anders sein ab morgen?
Darfst Du jetzt tun und lassen, was Du willst?
Wirst Du ab morgen alles für Dich selbst besorgen,
und macht es uns nun weiter keine Sorgen,
womit Du täglich Deinen Hunger stillst?

Oh nein, erwachsen wirst Du nicht mit einem Schlage,
ist dieser Tag heut noch so wunderschön.
Bist weiter unser Sohn, gar keine Frage
und wir sind für Dich da in jeder Lage,
woll’n Dir mit Rat und Tat zur Seite stehn.

Für Dich heißt's jetzt, bewußter noch zu lernen,
auch kritisch mal auf's eigne Ich zu schau’n.
Und ziehen Dich auch Träume in die Fernen -
ein jeder greift mal gerne zu den Sternen,
nur läßt sich darauf keine Zukunft bau’n.

Wir wünschen Dir viel Glück auf Deinem Wege,
daß Du stets schaffst, was Du als Ziel gewählt.
Und liegt auch mal ein Stein auf diesem Stege,
dann bitte liebes Söhnchen, sei nicht träge,
räum selbst ihn weg - nur eigne Mühe zählt!