Frühlingsglück

Sigrid Fuchs-Mattmüller

Voll die Wiesen von Blumen stehen,
Veilchen, Primeln in zierlicher Pracht
sind aufgegangen in lauer Nacht,
gelockt von Frühlingswindes Wehen.

Gänseblümchen mit keuschen Strahlen
rötlich aus jungem Grase lächeln,
Buschwindröschen und Schaumkraut fächeln
allenthalben in grünen Talen.

Morgens tönt sonnenhelle Musik
lieblich aus den sprossenden Zweigen,
Wasserfrösche im Hochzeitsreigen
tummeln im Teich sich beim Liebesglück.

Frühlingswind spielt mit jungen Zweigen,
liebkosend die knospenden Äste.
Düfte schüttelt er aus zum Feste,
Lieder spielend auf feinen Geigen.

Das ist des Jahres silberner Glanz,
Gott zu Ehren streut Weihrauch es aus,
bindet ihm Blüten zum schönsten Strauß,
ladet Natur ein zum Hochzeitstanz.

Was man in Worte nicht fassen kann,
das hat die Seele längst verstanden,
freigegeben aus Winters Banden
leise erahnend der Schöpfung Plan.