Sechzig - Sechzig

Autor unbekannt (erstmals vorgetragen beim 60. Geb. von Christoph v. Bismarck)

Es lichtet auf dem Haupte das Geflecht sich,
so mancher Zahn erweist als nicht mehr echt sich,
und auch das Augenlicht allmählich schwächt sich:
sechzig ` sechzig.

Auch wenn man fühlt im Teich als toller Hecht sich,
die Zeit ist um, wo straflos man bezecht sich.
Ja, mancher Überschwang sehr rasch nun rächt sich:
sechzig ` sechzig.

Man fühlt behämmert wie der Baum vom Specht sich,
im Kopf da findet oft man nicht zurecht sich,
wenn man mal nichts vergißt, dann freut man echt sich:
sechzig ` sechzig.

Nach Sonne, Jugendkraft und Wärme lechz' ich,
plagt mich der Ischias gar sehr, dann ächz' ich,
heb ich ein Lied zu singen an, dann krächz' ich:
sechzig - sechzig.

Und doch, beurteilt man einmal gerecht sich,
so findet wirklich man nicht gar so schlecht sich.
Und meckert einer, sagt man: "Der erfrecht sich,
der Lümmel werde selbst doch erst mal sechzig!"