Geldgeschenk

Christine Gladus

Man mischt in einem Eimer mit Sand Euromünzen und zwar nur messingfarbene je
nach Höhe des Geldbetrages den man verschenken möchte, legt ein
Kindersandspielzeug in Form von Schaufel und Sieb dazu und überreicht das
Ganze mit folgendem Gedicht:

Wir haben Deine Einladung gerne angenommen
und sind zu Deinem 50-igsten
gekommen.

Ein Geschenk, das ist nun angesagt,
sonst hätten wir uns gar nicht her gewagt.

Nun ist ein Mensch Deines Alters allumfassend bestens bestückt,
und Nippes hätte Dich sicher auch nicht beglückt.

Du äußertest zwar, dezent und bescheiden,
eine Uhr für den Arm, würde Dich sicher gut kleiden.

Doch hier ist die Auswahl immens, gigantisch, enorm
und vielleicht geht unser Geschmack nicht mit Deinem konform.

Wir haben somit den uhrentechnischen Erwerb gänzlich vermieden
und uns für „cash auf die Kralle“ entschieden.

Geld im Kuvert, wie peinlich, ja profan,
nein damit ist es nun echt nicht getan.

Gefragt sind Kreativität und Esprit,
für Dich, liebe Christl, do kriang ma des hi!

Bare Münze ist wertvoll, man soll sie mit Arbeit verdienen,
weil einem diese sonst sehr schnell durch die Finger rinnen.

Wir haben glänzende „Goldstücke“ im Sand verborgen,
nun darfst Du fleissig sieben, vielleicht auch erst Morgen.

Wir hoffen, Du bist uns deshalb nicht gram,
denn wir dachten, so ein „Goldschatz“ kommt sicher gut an.

z.B. Hans, Anni, Gerd und Sibille, ja mei
sind die Urheber für Deine anstrengende Graberei.

Wir wünschen Dir nun alles Gute, Gesundheit, Erfolg und Glück
auf Deinem nächsten Lebensabschnittsstück.