Die Zeit geht hin...

Die Zeit geht hin, das Alter zählt den Tag,
man fragt sich still, was das Leben noch bringen mag.
Der geschmeidige Rausch der Jugend ist bereits geschwunden
und dennoch ist der wahre Lebensinhalt noch nicht gefunden.

Was ist’s, was mich am Leben hier erhält,
ein gutes oder schlechtes Dasein mir bestellt?
Ich gestalt’s mir selbst und kann nicht aus,
versuch’ beizeiten das Beste zu machen draus.

Manchmal ist’s nicht leicht dem Leben Gutes abzugewinnen,
auch möchte man oftmals gerne neu beginnen.
Den Alltag möchte man zum Feind erkoren,
gibt Schuld dem Elternhaus in das man geboren.

Schließlich erkennt man, das Leben gibt und nimmt,
jedem von uns ist manch’ Geschick und Unglücksames bestimmt.
Oft nehmen wir’s an und lernen auch daraus,
doch zeitweilig erscheint uns das Schicksal als wahrer Graus!

Die Liebe kommt und geht stets in unserem Leben,
sie ist’s doch nach der wir alle streben.
Wir scheuen das Verzeihen und hassen Abschied zu nehmen,
weil wir in unserem Schmerz das Wachsen nicht erkennen.

Die Eitelkeit macht unser Leben oftmals schwer,
denn Selbsterkenntnis, die verbittert sehr.
Doch keiner von uns kann aus – die Erfahrung prägt,
nur lernfähig ist, wer den Lebensprozess in sich trägt.

Doch ist das Alter letztendlich keine Errungenschaft,
mit sich selbst im Einklang zu leben wohl glücklich macht.
So spielt das Leben und die Tage gehen lernfröhlich hin,
weise sei der, der darin erkennt den Lebenssinn.

Drum denke daran: jeder Tag zählt – ob gut oder schlecht,
wichtig ist nur, sich selbst und anderen zu werden gerecht.
Doch bedenke auch: die Liebe ist das Maß aller Dinge –
mit ihr wahrhaft im Herzen bestimmt Vieles gelinge.

So geht die Zeit, das Alter zählt den Tag,
sorgsam dein Schicksal bis ans Lebensende trag.
Dann kannst du wohlwollend zurückblicken auf dein Leben,
wo’s bestimmt wahrlich einige glückselige Zeiten hat gegeben!