Brautentführung auf der Hochzeit

Die Entführung der Braut ist ein alter Hochzeitsbrauch, der vor allem in Süddeutschland verbreitet ist. Hierbei wird die Braut, oft von ledigen, männlichen Freunden des Paares, in ein anderes Lokal entführt.

Ablauf der Brautentführung

Jemand muss die Hochzeitsgesellschaft darüber in Kenntnis setzen, dass die Brautentführung stattgefunden hat. Der Bräutigam kann zum Beispiel mit einem Entführungsfoto informiert werden. Während der Bräutigam samt Verstärkung nach der Braut Ausschau hält, feiert diese mit ihren Freunden lustig weiter. Dabei sollte mindestens ein Informant über die jeweiligen Lokalitäten Bescheid wissen, um im Fall der Fälle den Bräutigam zu informieren.

Die Braut auslösen

Um seine Ehefrau zurück zu bekommen, muss der Bräutigam sie auslösen. Dies geschieht, indem er entweder die Zeche der Entführer zahlt, in den nächsten Wochen den Abwasch übernimmt, ein Lied singt, ein Gedicht aufsagt oder Ähnliches. Die „Auslöse“ liegt ganz im Ermessen der Entführer.

Hinweise und Tipps für einen gelungenen Ablauf

Die Braut sollte immer nur dann entführt werden, wenn vorher geklärt wurde, dass das Paar bei diesem Spiel mitspielt. Außerdem sollte die Brautentführung zeitlich begrenzt sein, damit sich die zurückgebliebenen Gäste nicht langweilen oder gar ängstigen. Natürlich kann statt der Braut auch der Bräutigam entführt werden. Das bringt Abwechslung in den Hochzeitsablauf und ist eine nette Überraschung.

Bedeutung und Ursprung der Brautentführung

Zur Herkunft dieses Hochzeitsspiels gibt es unterschiedliche Angaben. Einerseits wird der Brauch als Warnung verstanden, auf seinen Ehepartner aufzupassen, ihn nicht als selbstverständlich zu nehmen und ihn zu schützen. Eine andere Quelle sagt, dass die Dauer der Brautsuche mit der Liebe zum Partner gleichzusetzen ist. Je länger der Ehemann also nach seiner Braut sucht, desto größer ist seine Liebe zu ihr. Die Brautentführung kann aber auch als Wettstreit zwischen Junggesellen und Verheirateten gesehen werden, bei dem die Ehe siegt . Viele Quellen sprechen davon, dass der Ursprung dieser Sitte aus dem Mittelalter stammt und etwas mit dem Recht der ersten Nacht, das zu jener Zeit beim Adel lag, zu tun hat. So wurden die Bräute damals von den Vasallen der Gutsherren in der Hochzeitsnacht abgeholt.

Fotoalbum anlegen

Wie die Herkunft dieses Brauches auch ausgelegt wird, so eine Brautentführung ist eine einmalige Situation, von der die besten Momente bildlich festgehalten werden sollten. Eine schöne Möglichkeit ist die Gestaltung von einem Hochzeitsalbum mit Namensprägung.