Die Predigt der Schuhe

Renate Maciejewski

Erinnerst Du Dich noch an Deine Kinderschuhe? So oder so ähnlich sahen sie
aus. In solchen Schuhen hast Du das Laufen gelernt. Mit diesen kleinen
Schuhen an den Füßen hast Du angefangen, Deine Welt zu erkunden: das
Wohnzimmer und die Küche, den Sandkasten und die Wiese.

Seitdem ist eine lange Zeit vergangen. Du hast viele Schuhe getragen und
bist viele Wege gegangen: in den Kindergarten und in den Sportverein, in
die Schule und in den Konfirmandenunterricht. Die Schuhe von damals passen
schon lange nicht mehr. Inzwischen hast Du Schuhgröße 42 oder 43 oder
mindestens 37. So groß wie die Schuhe Deiner Eltern. Du bist
rausgewachsen. Deinen Weg musst Du nun immer mehr selber finden. Wer weiß,
wohin er Dich führt? Bestimmt hast Du Dir darüber schon Deine Gedanken
gemacht. Ob alles so wird, wie Du es Dir vorstellst?

Die Schuhe von damals passen nicht mehr. Deinen Weg musst Du nun selber
finden. Auch was den Glauben angeht. Wenn man älter wird, ändert sich der
Glaube. Aber es gibt keinen Grund, ihn einfach abzulegen, wie eine
Erinnerung an die Kindheit.

Dass der Glaube einen auch tragen kann, merkt man nur, wenn man ihn auch
ausprobiert. Wie früher, als Du laufen gelernt hast. Da wirst Du
vielleicht auch mal stolpern oder fallen ? aber es gibt einen, der Dich
wieder aufrichten kann. Da wirst Du Dich auch mal verlaufen und in eine
Sackgasse geraten ? aber da ist einer, der Dir sagt, dass Du umkehren
darfst. Und wenn Du ganz müde bist, enttäuscht und kaputt - dann ist Er
da, der Gott der Bibel, und hilft Dir wieder auf die Beine.