Rotkäppchen

Petra

frei nach dem Märchen "Rotkäppchen"

Dies ist ein Spiel für Geburtstage. Man braucht dazu einige Utensilien.
Ein rotes Käppchen oder Kopftuch, ein Nachthemd oder Nachthäubchen, eine Rüschen-Schürze, einen Försterhut, ein Gewehr, ein Messer, einen Korb, eine Pizzaschachtel, eine Flasche Wein/Schnaps, Ohren aus Pappe für den Wolf und den Dackel, sowie Knieschützer für den Dackel. Zweige von Tanne, Weide u. Linde. Namensschilder für die Darsteller.


Rotkäppchen

Liebes Geburtstagskind, liebe Gäste,

Wissenschaftler haben festgestellt, dass deutsche Volksmärchen sehr wichtig für die seelische Entwicklung der Menschen sind. Die Lydia hat das wohl schon im Kindheitsalter begriffen, denn sie hat sehr gerne Märchen gelesen und gehört. Ihr Lieblingsmärchen war Rotkäppchen. Ihr größter Wunsch war schon immer, e i n m a l bei einer Märchenaufführung mitzuwirken. Diesen Wunsch wollen wir ihr nun zu ihrem 60. Geburtstag erfüllen.

Wir brauchen für unser folgendes Spiel 9 sich noch sträubende Freiwillige. Ich darf deshalb bitten:

Lydia > süßes Rotkäppchen
Willi > grausamer Wolf
Rudi > kranke Großmutter
Rolf > dicker Dackel
Peter > besorgte Mutter
Hannelore > dicke Linde
Gerlinde > traurige Weide
Gisela > schlanke Tanne
Simon > fescher Förster

Ich darf nun die Schauspieler bitten, nacheinander die Bühne zu betreten und sich kurz vorzustellen.
(Die Darsteller bekommen nun ihr Namensschild umgehängt.)

Ihr werdet nun das bekannte Märchen in 5 Bildern sehen. Dieses wurde von unseren Darstellern in jeder freien Minute geprobt und jetzt nur für Euch die Uraufführung!!!

Für das erste Bild darf ich nun das süße Rotkäppchen und die besorgte Mutter auf die Bühne bitten.

1. Bild

Ich bitte die Spieler des ersten Bildes auf die Bühne. Rotkäppchen und die Mutter.

Das Haus ist armselig, aber sauber und rein. Wir schauen nun gemeinsam durch das winzige Fenster. Was sehen wir da? Wir sehen eine Mutter am Tische sitzen.
Sie nimmt gerade ihr einziges Kind, das süße Rotkäppchen, auf den Schoß. Die Mutter gibt ihrem einzigem Kind einen dicken Schmatzkuss, wischt ihm dann den Mund sauber und sagt: Das Mikro ist scheinbar ausgefallen, ich übersetze mal: „Mein liebes Kind, die Großmutter hat einen schlimmen Durchfall! Geh doch zu ihr und bring ihr eine Sardellen-Pizza, die ich gerade für sie gebacken habe, außerdem noch eine Flasche Rum, den trinkt sie so gerne, und ihre Vorräte sind zu Ende. Pass aber gut auf, denn im Wald wohnt der böse Wolf.
Dann gibt Mutter der Kleinen noch einen dicken Kuss und schickt sie auf den Weg. Rotkäppchen hüpft vor Freude in die Luft. Rotkäppchen klatscht in ihre dicken Patschhändchen, nimmt ihren Korb und macht sich auf den Weg.

Meine Damen und Herren, das war das erste Bild, Beifall für die Schauspieler.

2. Bild

Ich bitte die dicke Linde, die schlanke Tanne und die traurige Weide auf die Bühne.

Die Bäume tanzen den Tanz des Windes, (sie versuchen es wenigstens) wir hören, wie der Wind leise weint.
(die Bäume müssen jaulen, einen Moment tanzen und singen)

Plötzlich sehen wir das süße Rotkäppchen zwischen den Bäumen, fröhlich trällert es ein Lied. (Rotkäppchen muss singen, hüpfen, glücklich sein). Es ist glücklich und springt vor lauter Glück in die Höhe.

Doch plötzlich schleicht der böse Wolf zwischen den Bäumen hindurch. Als er das kleine Mädchen entdeckt, läuft ihm der Sabber aus seinem grässlichen Maul. Er reibt sich den Bauch und denkt an sein Abendessen. (warten) Die Bäume wollen das Unheil abwehren. Sie strecken ihre Äste aus, um den Bösewicht aufzuhalten, doch es gelingt ihnen nicht. Der Wolf tappt zu dem Mädchen und sagt ganz scheinheilig: „Die Schauspieler sind etwas eingerostet“
„ Wohin willst du meine Süße?“
Rotkäppchen antwortet: „Ei zur Großmutter, die hat einen grässlichen Durchfall.“
Der Wolf schüttelt sich und sagt: „Wo wohnt denn die Alte?“
Rotkäppchen erwidert: „ Dort hinten zwischen den drei alten Bäumen.“
Der Wolf lacht hämisch und sinnt auf eine List. (warten) „Wie wäre es, wenn du der alten Dame einige Blumen mitbringst, sie freut sich bestimmt.“
Rotkäppchen freut sich und krault den Wolf zwischen den Ohren. (warten) „Das ist eine gute Idee, das werde ich machen. Leb wohl, alter Freund.“

Das war das zweite Bild. Applaus für die einfallsreichen Schauspieler.

3. Bild

„Allmählich wird es spannend, liebe Zuschauer, denn wir sehen jetzt das grausame dritte Bild! Das ist nichts für schwache Nerven. Ich bitte alle zart besaiteten Zuschauer, den Raum zu verlassen.“
„ Wir sehen jetzt wieder eine schlanke Tanne, eine dicke Linde und eine besonders traurige Weide. Sie biegen sich, denn der Wind hat zugenommen. Hilfeschreiend strecken sie die Äste in den dunklen, wolkenverhangenen Himmel. Doch alles ist vergebens. Wir sehen den grausamen Wolf. Eilig tappt er durch den Wald.
Dann klopft er an die Tür des alten windschiefen Häuschens der Großmutter und ruft mit verstellter Stimme: ein bisschen mehr Konzentration bitte, ich helfe mal eben:„Ich bin´s, das Rotkäppchen, Großmutter! Lass mich herein, ich habe dir etwas Leckeres mitgebracht!“
Die Großmutter liegt in ihrem Bett. Sie ruft erfreut: Leider sitzt der Text noch nicht ganz, er lautet:„Oh, das ist schön! Die Tür ist auf, komm nur herein. Einen Tequilla kann ich jetzt wirklich gebrauchen!“
Da nimmt das Schicksal seinen Lauf. Der Wolf öffnet die Tür, stürzt sich auf die Großmutter und verschlingt sie mit Haut und Haaren. Dann rülpst er laut und legt sich in Großmutters Bett.

Einen traurigen Applaus für die garstige Szene!

4. Bild

Ja liebe Zuschauer, das Leben ist grausam. Wir wollen nun schauen, wie es in dieser hochdramatischen Geschichte weitergeht.
Während die Bäume sich winden und ächzen, sehen wir das kleine unschuldige Rotkäppchen heranhüpfen. Es pflückt immer noch Blumen vom Wegrand und singt und singt. Da kommt es am Haus der Großmutter an. Es kratzt sich am Kopf, denn es wundert sich, warum die Haustür offen steht. Aber da es weiß, dass die Großmutter immer mal einen über den Durst trinkt, geht es einfach hinein. Drinnen rennt es gleich zum Bett der Großmutter.
Doch verwundert fragt es: „Großmutter, warum hast du denn so große Augen?“
Der Wolf antwortet: „Damit ich dicht besser sehen kann!“
Rotkäppchen fragt: „ Ei Großmutter, warum hast du denn so große Ohren?“
Der Wolf antwortet: „Damit ich dich besser hören kann!“
Rotkäppchen wundert sich und fragt: “ Aber Großmutter warum hast du denn so eine entsetzlich große Nase?“
Der Wolf ruft: „Damit ich dich besser riechen kann!“
Rotkäppchen schlägt die Hände zusammen und schreit: „Aber Großmutter warum hast du denn so ein entsetzlich großes Maul?“
Da springt der Wolf auf und brüllt: „Damit ich dich besser fressen kann!“

Dann vernascht er das Rotkäppchen mit Haut und Haaren, rülpst und legt sich in das Bett. Sofort beginnt er zu schnarchen.

Das war das überaus traurige Ende des 4. Bildes. Wer seelisch noch in der Lage ist, der kann den Schauspielern Beifall klatschen.

5. Bild

Meine Damen und Herren, wie wird es weitergehen? Ist das das Ende oder gibt es noch Hoffnung? Wir befinden uns im 5. Bild.

Die Bäume krümmen sich vor Leid. Sie heulen und jammern. (warten) Da hören wir plötzlich fröhliches Hundegebell. Ein unglaublich dicker Dackel kommt bellend angerannt. (warten) Er umrundet die Bäume, schnuppert an jedem und entscheidet sich für die dicke Linde. Schnell hebt er ein Beinchen und pinkelt fröhlich, dann wedelt er mit seinem Schwanz, denn sein Herrchen kommt. Der fesche Förster ist wirklich sehr fesch. Er streicht seinen stattlichen Schnurrbart zur Seite und krault den dicken Dackel zwischen den Ohren. Plötzlich stutzt er, denn aus dem Haus der Großmutter hört man lautes Schnarchen.
(Wolf muss schnarchen)
Der fesche Förster und sein dicker Dackel betreten das Haus und sehen den Wolf in Großmutters Bett liegen. Entsetzt schlägt der Förster die Hände zusammen und der dicke Dackel pinkelt vor Aufregung das Bett an. Der Förster kratzt sich hinter dem Ohr und überlegt. Er hat einen Einfall! Er zückt sein Messer und schneidet mutig dem Wolf den Bauch auf. Und siehe da: Zuerst krabbelt Rotkäppchen wohlbehalten und dann die Großmutter ebenfalls aus dem Bauch heraus. Der Wolf schnarcht nochmals sehr laut, räkelt sich und ruft: „Mensch hab ich `nen Durst!“ Er erhebt sich, streckt sich und tappt schwerfällig zum Brunnen. Dort beugt er sich vornüber um zu trinken, doch plötzlich fällt ein Schuss und er stürzt in den Brunnen und ertrinkt mit lautem Geschrei. Als er tot ist, fassen sich die Großmutter, das Rotkäppchen, der dicke Dackel, die besorgte Mutter, die schlanke Tanne, die dicke Linde und die traurige Weide an den Händen. Sie tanzen und singen: „Der Wolf ist tot, der Wolf ist tot!“
Und wenn sie nicht gestorben sind, so tanzen sie noch heute.

Einen schallenden Applaus für alle Schauspieler.