Die zahnlose Theres

Ingrid Schönmüller

(Alte Fränkische Tracht, darunter ein Tüllröckchen, Stutzen, evtl. lange Unterhose -
alles soll halt etwas doof aussehen. Vortrag ganz langsam und etwas auf doof vortragen)

Hallo, ich komme aus dem Frankenland
Die „zahnlose Theres“ wird ich genannt.
Und wie ich grad gangen bin do außen vorbei,
hobbi denkt, schaust amol in die Wirtschaft rei,
und was sehn meine Augen: a Party in Saus und Braus
und ich bin net eingladen – no ja – schee seh ich ja wirklich net aus.
No wer rechnet noch mit sowas, und mit soviel schicke Leut.
Obber ich was scho, wos los is: die .../mei Mama feiert ihrn 50. Geburtstag heut.
Ach Gottla, frohlocke, juble fast,
wenn Du a solche tolle, sportlich, schlanke Verwandtschaft hast.

Abber lost mich halt schnell mei Gschicht erzählen,
warum ich so zahnlos rumlaaf, was mir is geschehn.
Do klopft’s eines Tages on die Tür von meim Haus
Und do steht a sua ausgmergeltes Etwas draus.
Da sagt der zur mir: ich wäre zu dick
So etwas sei heut nimmer schick.
Der hot babbelt und geredet auf mich ein
Daraufhin hobbi gsocht: Hopp, schau daß’t gehst rein.
Dann hot der mir erklärt, man könnt do was machen,
dann tun die Knochen a nimmer krachen.
Diese Verrenkung nennt man Aerobic oder so
Do fallen die Pfunde fast wie allaans scho ro.
Einige Übungen hat er gezeigt,
den sei Baaner hamm sich wie klaane Ästla verzweigt.
Der hot ghechelt und gschwitzt, genau wie a klaane Sau
Obber es wor interessant – jo des wasi nu genau.

Dann hobbi mir denkt, wos der kann, kann ich scho lang.
Ich hobb den mit meiner Hüften an Rempler geben – o pardon.
Der hot an Goggerer gmacht und is gfallen auf sein .... Popo.
Wenni dem net kaner geben hätt – der hockert heut nu so do.

Dann hobbi angfanger mei Strümpf nunterzurollen.
Und anschließend mei Stutzen noch oben zu hollen.
Bei dieser Bewegung , ob ihr’s glaubt oder nicht,
fiel aus meinem Mieder das ganze Gewicht.
Hätt ich des net aufghalten – die Mass’ hätt den Kerl derdrückt.
Der wor bloß doghockt – scho halberts verrückt.
Und hot schrier: Hilfe, Lawine im Anmarsch, Lawine rollt an
Rette sich, wer sich retten kann.

Am Krogen hobbin packt, auf die Beine hobbin zogen,
ich glaub, den sei Kreuz hobbin ganz schö verbogen.
Obber des wor mir fei wurscht, denn ich wollt Pfunde verlieren,
und dafür darf der sein Kopf scho riskieren.

Wie ich mei Leibla dann offen hob ghabt,
sinn wirklich a poor Gramm überschwappt,
obber die hobbi, so gut es nur ging,
in mein BH neigschoben – halt, dass nix mehr überhing.

Gesagt, getan, eine Frau, ein Wort,
dann fuhr ich mit dem „Ausziehen“ fort.
Mei Röckla hobbi aufgmacht, ganz elegant,
Mit dem rechten Fuß hobbis gschossen, Richtung Wand.
Und plötzlich - konnt mer mei Tüll-Röckla scho sehn,
schaut amol, is des net wunderschön?!?!?!

Wie eine Grazie konnt ich mich bewegen,
wie ein sterbender Schwan konnt ich hinschweben.
Bloß bei dem Sterbenden Schwan, ihr könnt es Euch bestimmt denken,
mußt ich mich so arg verrenken,
ich hob des halt gmacht mit großem Interesse,
doch plötzlich lag ich auf der Fresse.
Drei von meinen schönsten Zähnchen,
lagen am Boden wie kleine Fähnchen.
Greinend binni aufgstanden – meine „Fähnchen“ in der Hand,
der schwindsüchtige Kerl lehnte bled grinsend an der Wand.

Ich wußt net, obbi greiner oder lachen sollt,
bloß aans hobbi gwußt: mei Ruh hobbi gwollt.
Der Kerl hot net schnauft und sich net bewegt,
der wußt genau: ein Zucker und den hätte weggefegt.
Ich hätt den aaner gwischt, doch der wußt des genau,
schließlich wor ich wild wie a Furie und a zahnlose Frau.

Nach 5 – 10 Minuten, als ich mich hobb gfanger,
is der Dürrspund dann a ganz schnell ganger.
Er hätt noch Termine bei anderen Damen,
meine Vezögerung sprengt sonst seinen Rahmen,
er müßte jetzt gehen – Auf Wiedersehn !

Das war’s – er war weg und ich war allein,
allein mit meinen Zähnen – ich armes Sch...... Suggerla.
Traurig hobbis in a Kistla glegt – ich soch wies is.
Ich soch a, dass ich meine drei ganz schee vermiss.
Etz fällt mir halt des Lachen noch ziemlich schwer,
obber solche Beiser müssen auf alle Fäll wieder her.
Des is doch glor und aus diesem Grund
Kriech ich vo meim Zahnarzt widder welche in meim Mund.
Schaut her, an Plan hobbi a scho gmacht,
des wor gestern abend in der Nacht.

So – etz mussi obber geh, seid bitte net bös,
ich kaaf mir etz in der Wirtschaft an Braten mit Klöß.
Und wenni net kauer konn, dann schaui numal rei.
.../Mama, dann gibt’s mir deine – die passen bestimmt nei.

Noch viele schöne Stunden und zu allen Taten bereit,
das wünscht die „zahnlose Theres“ – zu jeder Zeit.

Viel Spaß