Trauer vergeht nie...

© Nadja Schwarz

 

Lieber Opa,

ich weiß, es ist schon lange her als wir uns das letzte Mal trafen. An einem sonnigen Tag im Jänner 1999 bist du von uns gegangen. Viel zu früh! Und viel zu plötzlich! Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern. Fast 11 Jahre war ich alt. Ich kam gerade von der Schule nach Hause. Mama ist gerade mit dem Kochen fertig geworden – Kaiserschmarrn, das weiß ich noch genau. Wir haben gegessen und gelacht. Ich weiß nicht mehr warum, aber wir waren glücklich. Bis plötzlich das Telefon klingelte. Ich sehe den Ausdruck auf Mamas Gesicht noch vor mir. Ich wusste, dass irgendetwas nicht stimmt. Es war die Nachricht von deinem Tod. Herzinfarkt. Am Flugplatz, deinem Lebensmittelpunkt. Und trotzdem war der Hubschrauber nicht schnell genug bei dir. Ich fuhr sofort mit Mama ins Krankenhaus. Wusste noch nicht genau, was überhaupt passiert war. Erst dort angekommen wurde uns alles erzählt. Mama war sich noch von dir verabschieden. Ich wollte dich auch sehen. Noch ein allerletztes Mal. Aber ich durfte nicht. Mein Arzt meinte, dass überall Schläuche wären und ich das nicht sehen sollte. Ich bereue es noch heute, dass ich mich nicht von dir persönlich verabschieden konnte. Und ich bereue mein Verhalten bei unserem letzten Treffen. Ein paar Tage davor. Es war Wochenende und ich durfte bei dir schlafen. Aber wir haben uns gestritten – keine Ahnung wegen was – und ich wollte früher nach Hause. Hätte ich geahnt, dass es das letzte Mal sein würde, dass wir uns sehen, ich wäre bei dir geblieben. Es tut mir so unendlich leid, dass wir damals im Streit auseinander gegangen sind, ich hoffe du kannst mir verzeihen! Aber ich habe auch viele schöne Erinnerungen an dich, an unseren gemeinsamen Paris Urlaub zum Abschluss der Volksschule, an die vielen Wochenenden und Ferien die ich mit dir (und Snoopy) verbracht habe. Ich werde diese Erinnerungen für immer in meinem Herzen tragen.

Du bist und bleibst ein Teil von mir, ein Teil von meinem Leben! Ich liebe dich!!! Deine kleine Prinzessin