Advent - Dialekt

S. Bär

 

Wenn im Advent s’erste Lichtle brennt,

und wenn mr oft dr Handschuh scho braucha kennt,

wenn d’Baim ihre letschte Blätter lasset,

und d’Lausbuaba uff dr Niklaus basset,

wenn d’Brotepfel uff dr Herdplatte bruzlet,

de letschde Zwetschga vollends verhutzlet,

wenn dr Baba d’Puppastuab nei trapaziert,

und d’elektrisch Eisebahn ausprobiert,

wenn mr’s erschte Päckle verschickt,

und s’Elsle no schnell a Paar Topflappe strickt,

wenn s’Fritzle sich mit dr Laubsäg verleidet,

und g’hörig derbei in de Daume nei scheidet,

wenn d’Hausfraue mit em Bache a’fanget,

ond s’Haushaltsgeld hende und vorne it langet,

die Kloine all Dag uff de Kalender gucket,

ond s’Näsle an jedes Schaufenstr na drucket,

ihre Mama von morgens bis obends ploagat,

weil se allaweil noch em Christkindle froaget,

bis zom Ellaboga im Guetsledoig stecket,

ond dr Zuckerguß von de Zimtstern schlecket,

wenn mer d’Glaskugle abstaubt vom letschte Joahr,

s’Lametta sortiert ond Engelshoar,

oim de Christbaumständer uff de Zehe fällt,

ond wenn mr beim Metzger de Broate b’stellt,

sich an me schena Reifa frait

und de Vögala wieder Futter strait,

wenn sich die erschte Lichterbaim zeiget,

ond d’Gschäftsleit ihre Läde vollbeiget,

mit allem was mr kaufe ka,

vom Belzmantel bis zur Eisebah’,

wenn d’Kasse klengelt im Akkord

und s’Eislaufa wird zum Leischtungssport,

wenn d’Eiszapfe an dr Dachrinne henget,

und d’Kinder en Schnupfe von dr Gass hoim bringet,

wenn’s scho zur Kaffeezeit dunkel wird

und jede Drecklach zur a Schleifetse wird,

und wenn’s ab und zu mol a bissle schneit,

denn, jo denn, isch s’Christkindle nimme weit!