Währ an dähn Weihnachdsmann gloobd - Dialekt (mit Übersetzung)

Cindy Heinemann, Nico Klein

Dähn Weihnachdsmann an sisch, dähn sools ja eischendlisch iborhaupd nisch
gähm. Das is mid dähm Weihnchdsmann so wie mid dähm liehm Godd, odor wie mid
dähm Osdorhase, odor dähm Glabborschdodorsch...- es dun viele dran gloom,
abor gesähn haddn noch keenor. Heeschdens im Draum odor in dor Fandasie!
Odor es is bloß eenor im Gosdiem gewähsn! Also, was den Weihnachdsmann
bedreffn dud. Beim liehm Godd, odor beim Osdorhase un beim Glabberschdorsch,
da isses annersch. Da dun sisch de Leide in was, wasse sähn eenfach was
neinfandasiern. E eenfachor Felddud so zum Osdorhase wern, odor e
fröschefressendor Schdorsch wird zum Kinnermachor erhohm, odor in eenor
Wolke ohm am Himml dud mor dähn liehm Godd erkenn. Jednfalls is das bei mir
so gewähsn. Wobei- in de Wolkn hab isch nisch bloß dähn liehm Godd erbiggd,
nee, i de Wolkn habb isch schon alles meeschlische erbliggd- ooch Osdorhassn
un Engl un Deifl un so!

Un wo isch noch e Kind gewähsn bin...- isch meene, als Kind, da kann mor
sischs ja leisdn e bißl einfäldisch zu sein...- da habbsch nadiehrlisch ooch
an Weihnachdsmann gegloobd. Genauso wie an die annorn Fablwähsn. Abor dor
Weihnachdsmann war mir immor dor liebsde! Ehm vonweeschn de Geschenke `
glahr! Von die annorn hasde ja kaum een erwähnenswerdn Vordeel gehabbd ` vom
Osdorhase hasde baar hardgekochde Eior gekrischd, vom Glabborschdorsch e
Briedorschn odor e Schwesdorschn, un vom liehm Godd... ` heeschdens e baar
Vorschrifdn fiersd guhde Benähm. Ja, de zähn Gebohde! Nee, dor
Weihnachdsmann war so gesähn dor Suborschdar unnor de Fablwähsn. Währ off
Rang zweeje gewähsn is, wolln mor ma jedzde nisch weidor erördorn `
jednfalls, wennsde einfälldisch genuch warsd un dran gegloobd hasd, is dor
Weihnachdsmann werglisch Schbidze gewähsn. Geändord had sisch meine
Einschdellung zum Weihnachdsmann dann abor ziehlisch schnell ` nähmlisch als
wie wo isch dann selbor weinachdsmännische Offgahm zu erfilln hadde ` so als
Babba un Familjenoborhaubd. Jedzde als Oba! Mor kennde gladd sachn, dass
isch middlorweile dor öborschde Weihnachdsmann in dor Sibbe bin. Bloß gloom
dud an misch keenor! Meine Gudste gloobd ja nischma, dass isch werglich
ordendlisch mid dor Ruhde umgehn kann. Un de Enkels hamm iborhaubd keen
Reschbeggd vor mir. Die gloom sobiso ehor an Herry Boddor odor an Beddmenn
odor solsche annorn Bogemonsdor. Nee, dor Gloobe is werglisch nisch mähr
das, wassor ma gewähsn is!

Abor mir hamm de Freiheid ehm ooch beim Gloom! Jedor kann gloom, wassor
will! Du kannsd ja sogahr gloom, was de Angschela odor dor Mindefähring
sachn dun. Bloß währ das gloom dud, dähr muß nisch bloß e bißl einfäldisch,
dähr muß schon ganz scheen beglobbd sein. Un e frohes Fesd ansonsdn!

Hier die Übersetzung:

Wer an den Weihnachtsmann glaubt

Den Weihnachtsmann an sich, den soll es ja eigentlich überhaupt nicht geben.
Das ist mit dem Weihnachtsmann so wie mit dem lieben Gott, oder wie mit dem Osterhase, oder dem Klapperstorch...- es tun viele daran glauben, aber gesehen hat ihn noch keiner. Höchstens im Traum oder in der Fantasie! Oder es ist bloß einer im Kostüm gewesen! Also, was den Weihnachtsmann betreffen tut. Beim lieben Gott, oder beim Osterhase und beim Klapperstorch, da ist es anders. Da tun sich die Leute in was, was sie sehen einfach was hineinphantasieren. Ein einfacher Feldhase tut so zum Osterhase werden, oder
ein fröschefressender Storch wird zum Kindermacher erhoben, oder in einer Wolke oben am Himmel tut man den lieben Gott erkennen. Jedenfalls ist das bei mir so gewesen. Wobei ` in den Wolken hab ich nicht bloß den lieben Gott erblickt, nein, in den Wolken hab ich schon alles mögliche erblickt ` auch Osterhasen und Engel und Teufel und so!

Und wo ich noch ein Kind gewesen bin... ` ich meine, als Kind, da kann man sich es ja leisten ein bisschen einfällig zu sein... ` da hab ich natürlich auch an den Weihnachtsmann geglaubt. Genauso wie an die anderen Fabelwesen.
Aber der Weihnachtsmann war mir immer der liebste! Einem von welchen die Geschenke ` klar! Von den anderen haste ja kaum einen erwähnenden Vorteil gehabt ` vom Osterhase haste paar hartgekochte Eier gekriegt, vom Klapperstorch ein Brüderchen oder ein Schwesterchen, und vom lieben Gott... ` höchstens ein paar Vorschriften fürs gute Benehmen. Ja, die zehn Gebote! Nein, der Weihnachtsmann war so gesehen der Superstar unter den
Fabelwesen. Wer auf Rang zwei gewesen ist, wollen wir mal jetzt nicht weiter erörtern ` jedenfalls wenn du einfällig genug warst und daran geglaubt hast, ist der Weihnachtsmann wirklich Spitze gewesen. Geändert hat sich meine Einstellung zum Weihnachtsmann dann aber ziemlich schnell ` nämlich als wie wo ich dann selber weihnachtsmännliche Aufgaben zu erfüllen hatte ` so als Papa und Familienoberhaupt. Jetzt als Opa! Man könnte glatt sagen, dass ich
mittlerweile der oberste Weihnachtsmann in der Sippe bin. Bloß glauben tut an mich keiner. Meine Liebste glaubt ja nicht mal, dass ich wirklich ordentlich mit der Rute umgehen kann. Und die Enkeln haben überhaupt keinen Respekt vor mir. Die glauben sowieso eher an Harry Potter oder an Batman oder solche anderen Pokemonster. Nein, der Glaube ist wirklich nicht mehr das, was er mal gewesen ist!

Aber wir haben die Freiheit eben auch beim Glauben. Jeder kann glauben, was er will! Du kannst ja sogar glauben, was Angela oder der Müntefering sagen tut. Bloß wer das glauben tut, der muss nicht bloß ein bisschen einfällig, der muss schon ganz schön bekloppt sein. Und ein frohes Fest ansonsten!